Sacher-Masoch-Preise 2025 verliehen

an Ruth Altenhofer, Birgit Pfaffinger und Rebekka Zeinzinger

Die Sacher-Masoch-Preise 2025 an Ruth Altenhofer, Birgit Pfaffinger und Rebekka Zeinzinger wurden am Samstag, 13. September 2025 um 16.00 Uhr anlässlich des „Tages der offenen Tür” von Robert Huez im Literaturhaus Wien verliehen.

Anschließend sprachen Ruth Altenhofer und Birgit Pfaffinger mit ungeplanter Musikuntermalung der gleichzeitig auf der Zieglergasse spielenden Blaskapelle über die von ihnen übersetzten prämierten Titel und lasen daraus.

Da Rebekka Zeinziger leider nicht an der Verleihung teilnehmen konnte, hat sie im Vorfeld eine Stelle aus ihrem prämierten Buch ausgewählt, die Nadja Grössing gelesen hat. Sie kam aber nachträglich ins Literaturhaus und bekam ihre Urkunde überreicht (siehe drittes Foto).

Die 1994 gegründete Alexander Sacher Masoch-Stiftung vergibt in unregelmäßigen Abständen Preise an Literaturschaffende und literarische Projekte. Für 2025 wurden vom Kuratorium der Stiftung drei Übersetzungsprojekte ausgewählt. Damit wird angesichts der aktuellen technischen Entwicklungen ein Zeichen gesetzt und die Bedeutung und der Wert menschlicher Übersetzung hervorgehoben. Die Preise 2025 sind mit je 3.000 Euro dotiert.

Ruth Altenhofer wird für ihre Übersetzung aus dem Russischen von Sasha Filipenko: Der Schatten einer offenen Tür (Diogenes, 2024) ausgezeichnet.
Der aus Belarus stammende Autor Sasha Filipenko schreibt Kriminalromane voll tiefschwarzem Humor und melancholischer Groteske. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass Ruth Altenhofe mit dieser Romanübersetzung – ihrer fünften dieses Autors – die beinahe dystopische Atmosphäre der russischen Provinz, den rasanten Erzählduktus und die Ironie der Dialoge überzeugend trifft.

Birgit Maria Pfaffinger erhält den Preis für ihre Übersetzung aus dem Englischen von Daisy Johnson: Die Schwestern (btb, 2024).
Die junge britische Autorin Daisy Johnson wurde für ihre Kurzgeschichten schon mehrfach ausgezeichnet und war mit ihrem ersten Roman 2018 die jüngste Autorin, die je auf der Shortlist für den renommierten Booker Prize stand. Ihr zweiter Roman, von der Kritik vielfach als literarische Gothic Novel des 21. Jahrhunderts gelobt, überzeugt mit seinen eindrücklichen Bildern und seinem fast lyrischen Duktus, in der Übersetzung von Birgit Pfaffinger ebenso wie im Original.

Rebekka Zeinzinger wird für ihre Übersetzung aus dem Serbischen von Milica Vučković: Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen (Zsolnay, 2025) ausgezeichnet.
Von Milica Vučković ist dies der erste Roman in deutscher Übersetzung,  sie schildert darin mit großer Präzision Entwicklung und Dynamik einer toxischen Beziehung. Rebekka Zeinzingers Übersetzung gelingt es, die Lakonik des Textes ebenso haarscharf wie selbstverständlich nachzuzeichnen – was sie schon in ihrer vorigen Arbeit, den schaurig-schönen Erzählungen Mann im Mond von Lana Bastašić (Fischer, 2023) bewiesen hat.

Alle Fotos: FLÜ (außer Draufsicht: Robert Huez/Veronika Zwerger)

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