
Bernhard Strobel ©hbf_Pusch & Karin Fleischanderl © privat
Für herausragende Übersetzungen ins Deutsche vergibt der deutsche Literaturfonds alljährlich den Paul-Celan-Preis — 2025 wurde Bernhard Strobel damit ausgezeichnet.
Die Jury begründete dies u.a. so: „Mit seinen Übersetzungen aus dem Norwegischen macht er dem deutschsprachigen Publikum seit vielen Jahren so bedeutende Schriftsteller wie Bjarte Breiteig, Jan Kjærstad und Arve Moen zugänglich. Seine Sprachkunst beweist sich an verdichteten Miniaturen ebenso wie an weitläufiger, metaphernreicher oder ins Essayhafte mäandernder Prosa.“ Insbesondere würdigte die Jury Bernhard Strobels Übertragungen der Werke von Tor Ulven, dessen Texte er seit 2012 übersetzt.
Bernhard Strobel und Karin Fleischanderl machen einen gemeinsamen Streifzug u.a. durch Jan Kjærstads Eine Zeit, zu leben, Bjarte Breiteigs Der Tøyen Effekt und Tor Ulvens Grabbeigaben und geben so einen Einblick in die übersetzerischen Schwierigkeiten, sei es Kjærstads komplexen Erzählstil, Breiteigs unsentimentale Dialoge und Gesellschaftskritik oder Ulvens poetische Prosa.
Bernhard Strobel lebt als Autor und Übersetzer aus dem Norwegischen in Neusiedl am See. Er übersetzt norwegische Gegenwartsautoren fernab des literarischen Mainstreams. 2021 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet, 2025 mit dem Paul-Celan-Preis.
Karin Fleischanderl übersetzt vor allem italienische Literatur (u.a. Gabriele d’Annunzio, Antonio Tabucchi, Pier Paolo Pasolini), ist Herausgeberin und Publizistin und lebt in Wien. 1995 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung.