Im Mittelpunkt des Abends stehen die Übersetzungen zweier preisgekrönter zeitgenössischer Romane aus Lettland.
In Rigaer Freiheit von Svens Kuzmins (geb. 1985), ins Deutsche übersetzt von Lil Reif, zieht ein angehender Kunststudent – der den gleichen Namen trägt wie der Autor – Anfang der 2000er Jahre nach Riga in das Haus seines Urgroßvaters, in dem die alten Mieter leben, als hätte sich nichts geändert. Doch in Lettland ist vieles in Bewegung: EU- und NATO-Beitritt stehen bevor, Skinheads sind unterwegs, junge Künstler·innen und Literat·innen wiederum suchen nach Wahrheit und Schönheit. Riga und Kuzmins’ Familiengeschichte werden dabei zu einem vielsprachigen Labyrinth voller Wendungen.
Andris Kalnozols (geb. 1983) lässt in seinem von Sven Otto übersetzten Roman Kalender den autistisch wirkenden Protagonisten Oskars in Form eines Tagebuchs über sein Leben in einer lettischen Kleinstadt erzählen. Im Laufe eines Jahres entwickelt sich Oskars zum Mittelpunkt eines skurrilen Freundeskreises und beginnt, seine besondere Weltsicht in Worte zu fassen und seinen eigenen Weg zu gehen. Dabei arbeitet der Autor mit einer naiven, oft grotesken Mündlichkeit, die im Verlauf der Handlung zunehmend komplexer wird.
Cornelius Hell spricht mit den Übersetzer·innen über die beiden Bücher und das literarische Übersetzen aus dem Lettischen.
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Lil Reif lebt in Wien und übersetzt Prosa, Lyrik und Kinderbücher aus dem Lettischen. 2018 erhielt sie den Übersetzer·innenpreis der Stadt Wien.
Sven Otto ist Übersetzer, Journalist und Bibliothekar, lebt in Wien und übersetzt Prosa und Lyrik aus dem Lettischen.
Cornelius Hell lebt als Autor, Literaturkritiker und Übersetzer aus dem Litauischen in Wien.
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Beide Romane erschienen im Verlag